Star World Tour Reporter
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Australien im Goldrausch


Am Morgen des 30. Dezember 06 trafen wir in Norseman ein. Dies ist eine kleines Dorf, welches im 1894, als das Pferd Norseman durch ein Goldklumpen im Huf lahm wurde, rund um eine ergiebige Goldmine entstand. Vom Beacon Hill Lookout hatten wir dann eine beeindruckende Aussicht aufs Umland und die 4,2 Millionen Tonnen Abräumhalde der Goldmine. Diese Abraumhalde wartet seit 40 Jahren darauf, dass sie nochmals verarbeitet wird, sobald eine ausreichende effiziente Methode entwickelt wird, um die immer noch enthaltenen Spuren von Gold herauszugewinnen.
Bei Dorfausfahrt wurden wir von einem Polizeibeamten herausgewiesen, wobei Marcel einen Alkoholtest machen musste.
Am Silvester Morgen zogen wir weiter nach Kalgoorlie. Dieses liegt im Westaustralischen "Goldfeld", mit vielen historischen Gebäuden aus dem letzten grossen Goldrausch auf der Welt. Das Dorf entstand im 1893, nachdem drei Typen Gold in der Nähe von Mt.Charlotte gefunden hatten.
Als erstes begaben wir uns zum "Super Pit" Lookout, von welchem wir eine gute Sicht in die heutige moderne Tagbau-Mine hatten. Dort wo früher "The Golden Mile" (Dieser Name kommt davon, weil diese Mine zu "der reichsten Quadratmeile der Welt" gekürt wurde) war, ist heute der sogenannte "Super Pit". Nur etwa 1'215 Tonnen Gold wurden in den letzten über 90 Jahren gewonnen, wovon der grösste Teil nach Italien exportiert wurde.
Zum grössten Teil wurde dann das Gold zu Schmuck verarbeitet. Die Gewinnung selber ist aber nicht so einfach wie man denkt, denn nur schon für wenige Gramm Gold braucht es Tonnenweise Gestein. Genau genommen braucht es sieben 220 Tonnen LKW Ladungen von Steinen, um 60 Gramm Gold zu gewinnen. Doch die ganze Arbeit wird wesentlich erschwert, den es bestehen über 3'000 Km lange, alte Stollensysteme, welche von den früheren "Goldminers" seit 1893 überwiegend in Handarbeit ausgegraben wurden. So besteht häufig die Gefahr, das solche Tunnels während der jetzigen Arbeit einstürzen.
Gold ist ein so feines Material, das 31,16 Gramm / 1 Unze eine Fläche von 134 m2 bedecken würde, wenn man es ganz flach hämmern würde. Oder man könnte auch ein 80 Km langes "Kabel" aus der selben Menge Gold herstellen...
Nachdem wir über drei Stunden auf die geplante Sprengung gewartet hatten, welche jedoch ohne Durchsage auf den nächsten Tag verschoben wurde, fuhren wir etwas enttäuscht über die schlechte Kommunikation, in den Dorfkern von Kalgoorlie. Da das Dorf zum grössten Teil noch so intakt ist wie früher, (es gilt zu den best erhaltenen Goldgräberstädtchen der Welt) unternahmen wir einen Spaziergang durch die alten Gebäude.
Gegen Abend besuchten wir dann noch den Pioneers Friedhof und das von Einheimischen sogenannte Geisterdorf Kanowna. Leider standen weder Häuser noch Ruinen von diesem Dorf. Das einzige was übrig blieb waren wenige Schilder, einige Gräber und die vielen Löcher im Boden, in welchen die Früheren Bewohner Gold suchten.
Unser Neujahrswechsel verschliefen wir dieses Jahr nicht, ganz im Gegensatz zum Letzten in den USA. Wir feierten das neue Jahr 2007 mitten im Nirgendwo, mit einem Honigwein und einem guten Schokoladenmuss.


Wetter:

Am 21. und 22. Dezember 06 war es eher kühl und regnerisch. Anschliessend verzogen sich die grauen und trüben Wolken langsam und Sonnenschein und Hitze zog wieder auf. Ausser einigen Wolken und einem kühlen Lüftchen in Esperance, war es immer um die 35°C, sonnig und somit für uns schön warm.
Gefahrene Kilometer im ganzen Dezember 2006: 5'615 Km.
Im Durchschnitt pro Tag gefahren: 181,1 Km.